- Details
-
Kategorie: 14 Fragen zur DD
-
Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 01. März 2026 14:35
Wir veröffentlichen hier die Antworten auf die Fragen zur Direkten Demokratie, mit denen sich die Plattform "Südtiroler Frühling" an Stephan Lausch von der Initiative für mehr Demokratie gewandt hat.
FRAGE #03
SF: Sollen bestimmte Themen aus dem direktdemokratischen Prozess ausgeklammert werden (Themen die soziale oder ethnische Minderheiten oder individuelle Bürgerrechte betreffen)?
SL: Grundsätzlich meinen wir, sollen die Bürgerinnen und Bürger über alles abstimmen können, worüber die politische Vertretung entscheiden kann. Dort, wo das so gehandhabt wird, gibt es diesbezüglich nicht mehr problematische Entscheidungen, als im Rahmen rein parlamentarischer Demokratie.
Es ist Zeit uns von der Vorstellung zu verabschieden, dass die politische Vertretung eine moralische und eine Elite der Kompetenzen ist, sie ist hingegen in der Regel, mehr und mehr, aufgrund der Art und Weise, wie sie zustandekommt, eine Elite des Eigennutzes geworden. In Italien erleben wir den Niedergang der Demokratie als eine Spirale des gegenseitigen Misstrauens. Einen Aufschwung wird es nur geben, wenn die Basis für die Weiterentwicklung der Demokratie ein grundsätzliches Vertrauen ist.
Bürgerinnen und Bürger sind, alternativlos, gezwungen, bei Wahlen Kandidaten ihr Vertrauen zu schenken.
Weiterlesen ...
- Details
-
Kategorie: 14 Fragen zur DD
-
Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 01. März 2026 14:34
Wir veröffentlichen hier die Antworten auf die Fragen zur Direkten Demokratie, mit denen sich die Plattform "Südtiroler Frühling" an Stephan Lausch von der Initiative für mehr Demokratie gewandt hat.
FRAGE #09
SF: Wie begegnet man der Tatsache dass Initiatoren für durch direktdemokratische Abstimmungen zustande gekommene Fehlentscheidungen, die dann aufwendig wieder korrigiert werden müssen nicht zur Rechenschaft gezogen werden können (sie können ja nicht abgewählt oder auf anderen Weg zur Verantwortung gezogen werden, z.B. durch den Rechnungshof). Umkehrschluss: besteht auch Gefahr, dass „heiße Themen“, die eine politische Verantwortung mit sich bringen, von der Politik ans Volk abgeschoben werden?
SL: Auch hier grundsätzlich: wer kann wirklich beurteilen, was eine Fehlentscheidung gewesen ist?
Wenn sich eine Entscheidung irgendwann tatsächlich als nachteilig erweisen sollte, dann kann sie nachträglich auch wieder direktdemokratisch korrigiert werden. Grundsätzlich ist es also gut, sogenannte fehlerfreundliche Entscheidungen zu treffen, also solche, die nicht irreversible Schäden verursachen. Ganz sicher ist, dass solche problematischen Entscheidungen viel weniger von Mehrheiten in der Bevölkerung, als von deren politischen Vertretern gefällt werden.
Aber davon einmal abgesehen:
Weiterlesen ...